Die Kuhschelle Pulsatilla vulgaris in Sachsen

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Das letzte Vorkommen von Pulsatilla vulgaris in Sachsen

 

Von den in Sachsen einheimischen drei Vertretern der Gattung Pulsatilla sind die Wiesen-Kuhschelle (Pulsatilla pratensis [L.] Mill. subsp. nigricans [Störck] Zämels) und die Gewöhnliche Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris Mill.) noch vorhanden, während die Frühlings-Kuhschelle (Pulsatilla vernalis [L.] Mill. ) bereits ausgestorben ist. Pulsatilla vulgaris existiert in Sachsen nur noch an einem ursprünglichen Wuchsort bei Wurzen im Direktionsbezirk Leipzig, der seit mehr als 50 Jahren vom Gebietsbetreuer Klaus Zeibig betreut und speziell gepflegt wird.

Es handelt sich bei Pulsatilla vulgaris um eine nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) geschützte, in Deutschland als gefährdet eingestufte Art. Für Sachsen gilt sie als „vom Aussterben bedroht“ (Schulz 2013). Es handelt sich dabei um Arten, die so schwerwiegend bedroht sind, dass sie in absehbarer Zeit aussterben, wenn die Gefährdungsursachen fortbestehen. Ein Überleben kann nur durch sofortige Beseitigung der Ursachen oder wirksame Schutz- und Hilfsmaßnahmen für die Restbestände gesichert werden.

Weil Pulsatilla vulgaris ein tetraploides, phylogenetisch interessantes Taxon ist, ist jedes Vorkommen auch in wissenschaftlicher Hinsicht von besonderer Bedeutung und bei Verlust unwiederbringlich verloren.

Das Vorkommen befindet sich in einem der ältesten Pflanzenschutzgebiete Deutschlands, dem heutigen NSG „Wachtelberg-Mühlbachtal“. Dieses ist Teil des FFH-Gebietes 65 E, „Vereinigte Mulde und Muldeauen“ (Klenke 2008).

Während sich die Population durch intensive Pflege bis etwa 1999 gut entwickelte und bis zu 3.000 Individuen zählte, ging die Anzahl der Pflanzen danach drastisch zurück. Bei einer Erfassung des Bestandes durch Mitarbeiter der Walter-Meusel-Stiftung Chemnitz im Jahr 2011 konnten nur noch insgesamt 66 Individuen festgestellt werden. Dies war ein alarmierendes Zeichen, so dass vom Umweltamt des Landkreises Leipzig ein Konzept für ein regionales Artenschutzprojekt in Auftrag gegeben wurde.

 

Literatur:

 
Buder, W. & Schulz, D. (2010): Farn- und Samenpflanzen – Bestandssituation und Schutz ausgewählter Arten in Sachsen. – Hrsg.: Sächs. Landesamt f. Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Dresden
 
Klenke, F. (2008): Naturschutzgebiete in Sachsen. – Hrsg.: Sächs. Staatsministerium f. Umwelt und Landwirtschaft, Dresden
 
Lehmann, L. & Jessen, S. (2009): Pulsatilla: Kuh- oder Küchenschelle, Osterglocke – Sammelbl. Gebirgspfl. 3.11.03, Chemnitz
 
Oertner, J. & Zeibig, K. (1995): Pflegeeinsätze im Naturschutzgebiet Wachtelberg-Mühlbachtal. – Naturschutzarbeit in Sachsen 37: 61–64
 
Richter, F. & Schulz, D. (2016): Farn- und Samenpflanzen – Bestandssituation und Schutz ausgewählter Arten in Sachsen. – 2. neu bearb. Aufl. – Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Dresden
 
Schulz, D. (2013): Rote Liste und Artenliste Sachsens Farn- und Samenpflanzen. – Sächs. Landesamt f. Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Dresden

 

 

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Die Kuh- oder Küchenschelle, Pulsatilla vulgaris, in einem der ältesten Naturschutzgebiete Sachsens, dem NSG "Wachtelberg-Mühlbachtal".
 
Naturschutzschild am Eingang zum NSG "Wachtelberg-Mühlbachtal" bei Dehnitz unweit Wurzen.
 
 

 

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